WM in Katar 2022: So ist die Lage der Homosexuellen und das verspricht die FIFA

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WM in Katar 2022: So ist die Lage der Homosexuellen und das verspricht die FIFA


Vor Beginn der WM
WM in Katar 2022: So ist die Lage der Homosexuellen und das verspricht die FIFA

Heute, 02.08.2022 | 11:29

Vor der WM in Katar 2022 beklagten Homosexuelle aus Katar in einer Reportage des TV-Senders RTL Diskriminierungen in ihrem Heimatland. „Wir haben große Angst vor Bestrafung und Tod, denn das, was wir in unserer Jugend immer wieder gelernt haben, ist, dass Schwulsein eine Verirrung ist, nichts Natürliches“, sagt ein 32-Jähriger in einer rund 14-minütigen Dokumentation mit dem Titel „Rote Karte statt Regenbogen – Homosexuelle in Katar“.Der 32-Jährige berichtet vor Beginn der WM in Katar 2022 weiter, die Gesellschaft und Regierung in dem Golf-Staat bekämpften Homosexuelle auf unterschiedliche Artwork. Die Polizei könne sie theoretisch jederzeit an einen geheimen Ort bringen. „Sie können psychische und physische Folter anwenden, wenn sie wollen“, sagt er. „Sie beschlagnahmen alle deine persönlichen Gegenstände und durchsuchen dein Helpful, schüchtern dich ein und schikanieren dich.“WM in Katar 2022: FIFA-VersprechenEin anderer erzählt, er sei einmal mehrere Tage in einer Polizeizelle festgehalten worden, weil er angeblich illegales Sexspielzeug ins Land gebracht habe. Ein anderes Mal wurden ihm dem Bericht zufolge die Haare abrasiert, weil er angeblich auf offener Straße getanzt habe.Die WM in Katar 2022 findet vom 21. November bis 18. Dezember in dem arabischen Golf-Staat statt. Dieser will nach den Worten seines Emirs Tamim bin Hamad Al Thani alle Gäste willkommen heißen – unabhängig ihrer sexuellen Orientierung. „Wir hindern niemanden daran, nach Doha zu kommen“, sagte er im Mai bei einem Besuch in Berlin. „Aber wir erwarten und wollen, dass die Menschen unsere Kultur respektieren.“ Katar hatte zudem vor wenigen Monaten erklärt, Regenbogenfahnen in den Stadien während der WM zu erlauben und Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte erklärte: „Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQ+ sprechen.“In Katar ist Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft. Amnesty Worldwide hatte zuletzt geurteilt, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) in Katar „sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert“ würden.

 Katar: Schwierige Lage für Schwule und andere andere Menschen der LGBTQI+-GemeinschaftEine im Mai veröffentlichte gemeinsame Recherche skandinavischer Sender hatte ergeben, dass es in Katar für Schwule und andere Menschen der LGBTQI+-Gemeinschaft schwierig werden kann, ein Hotelzimmer zu mieten. Die Journalisten hatten sich als schwules Paar ausgegeben und bei 69 offiziellen WM-Accommodations ein Zimmer angefragt. Drei Accommodations lehnten die Anfrage direkt ab. 20 weitere Accommodations wollten demnach nicht, dass die Gäste offen ihr Schwulsein zeigen. In der Vergangenheit habe es Vorfälle gegeben, bei denen die Polizei homosexuelle Katarer aus Accommodations geholt habe, hieß es von einem Lodge.
Zuletzt hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff die Vergabe der WM 2022 nach Katar aus eben diesen Gründen kritisiert. „Wie konnte eine FIFA die Vergabe in dieses Land geben?“, fragte der 54-Jährige in einem Interview von RTL/ntv.Man müsse bei der Vergabe „einfach kritisieren, dass im ersten Punkt nur vielleicht auf Stadien oder andere Punkte geachtet wurde, oder natürlich Kommerz und nicht auf diese Aspekte, wie Menschenrechte oder andere gesellschaftliche Themen“, sagte Bierhoff. Die nächsten Vergaben sollten nur an Länder erfolgen, „in denen solche Dinge nicht passieren“.Eine Reiseempfehlung für Angehörige der LGBTIQ+-Gemeinschaft wollte der DFB-Direktor nicht aussprechen: „Es ist schwer. Ich weiß es nicht. Ich glaube, das kann jeder für sich nur selber entscheiden, ob er das für sich als Risiko betrachtet“, sagte Bierhoff: Er hoffe, dass es im Rahmen des Turniers „für einen gewissen Zeitraum eine gewisse Glocke“ gebe, die eine Sicherheit garantiere.WM in Katar 2022: Vielleicht wird ein schwuler Schiedsrichter eingesetztAuf diese Glocke hofft wohl auch der brasilianische FIFA-Schiedsrichter Igor Benevenuto. Er hat vor Beginn der WM 2022 in Katar seine Homosexualität öffentlich gemacht. Der 41-Jährige kritisierte auch Homophobie und Machismo im Fußball sowie in seiner südamerikanischen Heimat. „Ich habe mein Leben damit verbracht, mich selbst zu opfern, um mich vor der physischen und emotionalen Gewalt der Homophobie zu schützen“, sagte Benevenuto. Der Brasilianer steht für 2022 auf der Liste der Video-Referees des Fußball-Weltverbands und könnte damit auch bei der WM in Katar 2022 eingesetzt werden.Weil Fußball als Männersache betrachtet werde, habe er in dem Sport seine Sexualität verstecken können. Wegen Gerüchten darüber sei er aber auch bei Spielen von Followers und Vereinsmanagern homophob beleidigt worden. In Brasilien, wo weltweit die meisten Schwulen getötet würden, müsse er auch mit der Angst vor dem Sterben umgehen. „Hier geht es nicht nur um Vorurteile, sondern um den Tod“, betonte Benevenuto. Nun wolle er sich aber befreien: „Ich möchte Beziehungen führen können, ich möchte in Ruhe Schiedsrichter sein.“ Andere Person interessiert auch:  



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