FIFA baut Drohkulisse wegen möglicher Tremendous League auf

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FIFA baut Drohkulisse wegen möglicher Tremendous League auf



“Angesichts der jüngsten Medienspekulationen über die Einführung einer geschlossenen europäischen Tremendous League durch einige europäische Vereine möchten die FIFA und die sechs Konföderationen noch einmal mit Nachdruck betonen, dass ein solcher Wettbewerb weder von der FIFA noch von der jeweiligen Konföderation anerkannt würde.” So hieß es in einer Stellungnahme, die von FIFA-Boss Gianni Infantino und den Präsidenten der sechs kontinentalen Konföderationen aus Europa (UEFA), Asien (AFC), Afrika (CAF), Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), Südamerika (CONMEBOL) und Ozeanien (OFC) unterschrieben wurde.
“Vereine oder Spieler, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen würden, dürften folglich an keinem von der FIFA oder der jeweiligen Konföderation organisierten Wettbewerb teilnehmen.” Mit dieser Androhung soll die Gründung einer Superliga, die einige Topklubs zuletzt vorangetrieben haben, verhindert werden.

Das Schreiben zeigt, dass die Verbände nervös sind. Sollten die reichen und namhaften Klubs ausscheren und die besten Fußballer (bei den Frauen ist nichts von Plänen einer Tremendous League bekannt) nicht mehr bei Weltmeisterschaften, Kontinentalturnieren und in nationalen Ligen mitspielen, würden sie sehr viel Geld verlieren. Bei den Klubs ist es anders.
350 Millionen Euro professional Klub, Modus schon durchgeplant
Wie die “Occasions” in England berichtet, geht es professional Klub um 350 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Bayern nahmen bei ihrem Turniersieg 2020 am Ende 135 Millionen ein, was bereits einen historischen Bestwert darstellte.
Laut “Occasions” sollen 20 Klubs mitspielen, davon 15 dauerhaft, die anderen müssen sich jedes Jahr qualifizieren. Demnach sollen zwei deutsche Klubs dabei sein – die Namen der Klub fielen in dem Bericht jedoch nicht. Die Planungen sind laut “Occasions” weit:
In zwei Gruppen mit jeweils zehn Groups sollen nach Hin- und Rückspiel acht Groups für ein Viertelfinale ermittelt werden. Das Finale soll wie in der Champions League in einem Spiel ausgetragen werden. Die Spiele sollen abgesehen vom Finale unter der Woche stattfinden, um eine Teilnahme an den nationalen Ligen zu ermöglichen.
EU-Kommission meldet sich zu Wort
Sogar die EU-Kommission meldete sich zu Wort. “Fußball sollte nicht den Reichen und Mächtigen vorbehalten” sein, sagte Margaritis Schinas, Vize-Präsident der Kommission, gegenüber “Politico”. Dies ließe sich nicht mit der europäischen Lebensart vereinbaren.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin suchte zuletzt häufiger die Nähe zur Europapolitik. So gab es öffentlich bekannte Termine mit Sport-Kommissarin Mariya Gabriel aus Bulgarien und mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aus Deutschland. In einer Botschaft an den Europarat sagte Ceferin vergangene Woche: “Sport ist ein Recht für jeden, nicht für eine kleine Gruppe von Eliten – da kann es keine Kompromisse geben.”

Möglicher Rechtsstreit
Da die Befürworter einer Superliga die angekündigten Restriktionen kaum akzeptieren dürften, könnte eine juristische Auseinandersetzung drohen. “Gemäß den Statuten der FIFA und der Konföderationen sind sämtliche Wettbewerbe durch das zuständige Organ auf der jeweiligen Ebene, durch die zuständige Konföderation auf kontinentaler Ebene oder durch die FIFA auf globaler Ebene zu organisieren oder anzuerkennen”, begründete die FIFA ihr Vorgehen.
“Folglich anerkennen die Konföderationen die FIFA Klub-Weltmeisterschaft – im aktuellen und im künftigen Format – als einzigen globalen Klubwettbewerb, während die FIFA die durch die Konföderationen organisierten Klubwettbewerbe als die einzigen kontinentalen Klubwettbewerbe anerkennt.”
Infantinos Lieblingsprojekt bedroht
Die Erweiterung der Klub-WM auf bald 24 Mannschaften ist ein Lieblingsprojekt von Infantino. Es ist sehr umstritten, zumal der FIFA-Präsident nicht preisgeben will, wer Milliarden in diesen Wettbewerb pumpen will. Infantino stellte nur die Einnahmen in Aussicht.
Zuletzt hatte vor allem der FC Barcelona die Pläne für eine exklusive Liga der Topklubs ohne Auf- und Abstieg vorangetrieben. Sogar über einen Starttermin im September 2022 hatten spanische Medien berichtet. Finanzstarke Geldgeber sollten mit Milliarden-Investitionen dafür sorgen, dass das Konstrukt für die Vereine zu einer Gelddruck-Maschine wird.



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