FIFA 21: FUT schon bald ab 18? Gesetzesnovelle vor Umsetzung

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FIFA 21: FUT schon bald ab 18? Gesetzesnovelle vor Umsetzung




FIFA ist EAs “Goldene Gans”, vor allem mit FUT verdient sich der Writer eine goldene Nase – in Deutschland könnte sich das aber schon bald ändern.

Heiß begehrt: Die FUT-Karten in FIFA.

EA SPORTS


Die Debatte läuft schon lange, vielen Spieleentwicklern, allen voran EA, Take 2 und Activision wird vorgeworfen, aus rein gewinnorientierten Gründen Glücksspielmechaniken in ihre Spiele einzubauen.

Was sind Lootboxen?


Gemeint damit sind unter anderem so genannte Lootboxen. In der Regel läuft es so: Nutzer können für virtuelles Geld, das man durch sehr langes Spielen oder eben durch den Kauf mit Echtgeld in einem Ingame-Store erwerben kann, virtuelle Boxen erstehen. In diesen befinden sich dann Gegenstände wie besondere Objects – oder im Falle von FIFA besonders starke Spieler.


Der Trick dabei: Die Inhalte sind zufallsbasiert, seltene und von Nutzern besonders gewünschte Inhalte sind sehr selten, meist bekommt der Kunde nicht das, was er sich eigentlich erhofft hat – und wird so auch dazu verleitet, immer wieder neue Lootboxen zu kaufen. Wie einträglich das Geschäft für die Writer ist, zeigt allein schon ein Blick auf die Geschäftszahlen von EA. Zwischen Juli und September 2020 nahm das Unternehmen 1,151 Milliarden US-Greenback ein, wovon 869 Millionen auf InGame-Mikrotransaktionen entfielen.

Das Drawback



Auf die Gaming-Branche könnte in Deutschland viel Neues zukommen.
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Besonders problematisch erscheinen derartige Mechaniken bei Spielen, die ein junges Publikum haben, wie etwa Sportspielen wie FIFA, NBA2K oder Madden. Diese Video games sind in der Regel bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt und für diese Gruppe auch problemlos verfügbar, da sie allesamt ohne Altersbeschränkung eingestuft sind. Als große Gefahr dabei wird gesehen, dass gerade diese vulnerablen Gruppen spielerisch an Glücksspiel gewöhnt werden – und auch in finanzielle Probleme geraten können.


Berichte über Kinder, die digital Unsummen für FIFA & Co ausgegeben haben, gibt es seit Jahren. Die Verantwortung allein auf die Schultern der Eltern zu legen, scheint zu kurz gedacht, zumal manche Systeme für Menschen, die sich mit der Materie nicht intensiv beschäftigen, oft auch schwer nachvollziehbar sind. Das rief schließlich auch die große Politik auf den Plan. Länder wie die Niederlande oder Belgien haben bereits juristische Schritte getätigt und Lootboxen als Glücksspiel deklariert. Auch in Großbritannien oder den USA gibt es Bestrebungen, das zu regulieren.

Gesetzesnovelle



Sollte FIFA ab 18 eingestuft werden, hätte das auch Folgen für die Werbung.
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Und in Deutschland ebenso. Das Bundesfamilienministerium brachte einen Gesetzesvorschlag auf den Weg, der so genannte “Interaktionsrisiken” beinhaltet, “die für die Altersfreigaben von Onlineinhalten und Videospielen” related werden sollen. Konkret sollen Kinder und Jugendliche dabei auch vor Spielen mit “simuliertem Glücksspiel” oder “glücksspielähnlichen Elementen” geschützt werden”. Ergo könnte das darauf hinauslaufen, dass Spiele, die Lootboxen enthalten, fortan als “jugendgefährdend” gelten und damit erst ab 18 Jahren freigegeben werden – mit allen Konsequenzen für die Writer.


Die Gesetzesnovelle greift aber nicht nur Glücksspielmechaniken auf, sie geht noch viel weiter. So sollen auch “Risiken durch Kommunikations- und Kontaktfunktionen” stärker betrachtet werden, da geht es um Themen wie Cybermobbing, Hassrede oder Cybergrooming (Anbahnung sexueller Kontakte über das Web). Doch was hat das unmittelbar mit Spielen zu tun? Unter anderem könnte das Auswirkungen auf Ingame-Chats haben. Anbieter werden nämlich dazu verpflichtet “angemessene und wirksame strukturelle Vorsorgemaßnahmen für eine unbeschwerte Teilhabe zu treffen (sogenannte Anbietervorsorge)”.

Alles klar?


Wäre damit additionally alles geklärt? Wohl nicht. Denn die Novelle beinhaltet durchaus Formulierungen, die relativ viel Interpretationsspielraum bieten. Ein Beispiel: Es gibt den Passus, dass Kinder und Jugendliche vor “Mechanismen zur Förderung eines exzessiven Mediennutzungsverhaltens” geschützt werden sollen, ohne dass konkretisiert wird, was unter “exzessiv” zu verstehen ist.


Dennoch: Anfang März passierte die Vorlage bereits den Bundestag, jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Bundesrates, um das Gesetz wirksam zu machen. Und der signalisierte bereits seine Bereitschaft, dies zu tun. Allerdings gibt es auch kleinere Änderungswünsche, gerade mit Blick auf Zuständigkeiten.



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